„Wie man Menschen ihren Stadtteil zurückgibt“ | Ein Artikel über das ANNENViERTEL in „Contraste“

Wow!!!! Der Artikel im aktuellen Contraste, geschrieben von Julian Bernögger beschreibt so ziemlich alles was wir in diesem Jahr und auch in den vorhergehenden geschafft haben umzusetzen!! All das – muss man wissen – mit einem wirklich kleinen Budget und extrem hohem Einsatz von ganz ganz vielen aktiven, motivierten und beitragenden ANNENViERTLERiNNEN , die wir dafür drücken und herzen und denen wir vorallem DANKE sagen wollen!!!!

Übrigens werden wir in Kürze hier auf unserer Website ein Resümee unserer Aktivitäten und unser Budget offenlegen.

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Wie man Menschen ihren Stadtteil zurückgibt

Genau genommen gibt es in Graz gar keinen Bezirk der Annenviertel heißt, aber da sollte man nicht so genau sein, denn eigentlich ist das Annenviertel die schönste Gegend der ganzen Stadt. Was der Verein Stadtteilprojekt Annenviertel dafür geleistet hat, und was noch geplant ist, darum geht es in dieser Wandelgeschichte.
JULIAN BERNÖGGER, FH JOANNEUM, GRAZ

Der Begriff Annenviertel wurde vor einigen Jahren vom Kunstverein <rotor> geschaffen und umfasst die Gebiete, die rund um die Annenstraße liegen, also vor allem die Bezirke Lend und Gries, aber genau definiert sind die Grenzen des Annenviertels nicht, jede*r kann ein Teil des Annenviertels sein. Der Verein wurde 2014 gegründet und macht es sich seither zur Aufgabe, das Annenviertel zu einem besseren Ort zu machen. Dabei spielen die Partizipation von Anwohner*innen und das Stärken der Gemeinschaft unter diesen eine zentrale Rolle. Auch gegen zunehmenden Leerstand, der vor allem in der Annenstraße für ein unschönes Stadtbild sorgt, will man eintreten. 2017 zum Beispiel betrieb der Verein in Kooperation mit der »raumbasis« in leerstehenden Geschäftsflächen ein Stadtteilbüro. Die Bürger*innen waren eingeladen, dort hin zu kommen und sich über das Annenviertel zu unterhalten, sowie sich an den vielen Projekten zu beteiligen.

Die Oase in der grauen Stadt
Da ist zum Beispiel das Projekt »Annengrün«, hierbei geht es um städtisches Gärtnern unter dem Motto: »Lasst uns Graz in jeder Ecke grüner machen«. Gemeinsam mit Anwohner*innen und Expert*innen soll das Annenviertel mittels zahlreicher Grünflächen verschönert werden. Zwischen März und Oktober wurden zu diesem
Zweck Workshops, Stammtische, Spaziergänge und viele andere Veranstaltungen organisiert. Es wurde gezeigt wie man Pflanzengefäße baut oder wie man eine triste Fensterbank in eine grüne Landschaft verwandelt. Auch auf Facebook werden die Bewohner*innen des Annenviertels dazu aufgefordert, aktiv zu werden, sich am urbanen Gärtnern zu beteiligen, und so einen Beitrag zur Verschönerung und Verbesserung der Lebensqualität im Viertel zu leisten. Ein Highlight ist der Hinterhofflohmarkt, der von den Bewohnern*innen des Annenviertels selbst veranstaltet wird. Zwei Mal pro Jahr öffnen die Annenviertler*innen die Tore zu ihren Höfen, Wohnungen und Gärten und verkaufen auf ihren privaten Flächen ihre alten gebrauchten aber noch nutzbaren Dinge.

Sport im Volksgarten
Der Volksgarten wird nicht nur begrünt, er dient dem Verein auch als Austragungsort zahlreicher Veranstaltungen sportlicher Natur. In den letzten Jahren fanden dort unter anderem Yogakurse statt, die von bis zu 100 Teilnehmer*innen besucht wurden, und andere Veranstaltungen mit klangvollen Namen wie »Mukkis für Alle«, »Sportfischen – Techniken und Theorie«, »Geschmeidiges Morgenturnen« und nicht zuletzt die Morgendisko jeden Montag. Die Woche so zu beginnen ist im Annenviertel schon eine ziemliche Einzigartigkeit. Dieses Angebot an Sportveranstaltungen soll in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut werden,
in Planung sind unter anderem Volleyball und chinesische Kampfkünste. Eine der erfolgreichsten und beliebtesten Sportveranstaltungen des Vereins im Volksgarten, stellt zweifellos der Dauerbrenner Tischtennis dar. Jeden Donnerstag lädt »Annenviertel«, sobald das Wetter auch nur einigermaßen mitspielt, zu einer Runde Tischtennis ein. Spaziergänge mit den Annenviertler*innen, bei denen über die Zukunft des Viertels, Anliegen und Beschwerden, oder auch einfach Gott und die Welt gesprochen wird, runden das Outdoor-Programm des Vereins ab. »Wer könnte das Viertel besser zeigen als seine Bewohnerinnen und Bewohner? Jede und jeder kennt andere besondere Ecken im Viertel, weiß über Geheimnisse und Geschichten Bescheid. Wir sind sehr neugierig darauf, wie die Menschen IHR Viertel wahrnehmen, wo ihre Lieblingsorte sind und was sie zu erzählen haben. Denn genau diese Menschen und ihre Geschichten machen das Viertel zu diesem bunten und vielfältigen Ort, der er ist«, sagt Maria Reiner.

Bildung im Viertel
Aber nicht nur für Pflanzenfreunde und Sportfans bietet der Verein Annenviertel ein breites Programm, auch für Wissbegierige gibt es Angebote. Unter dem klingenden Namen »Annenschlau«, bietet der Verein Informationsveranstaltungen für die Bewohner*innen des Annenviertels. Den Auftakt machte heuer ein interaktiver Vortrag über das Thema Genossenschaften. Die Organisationsberaterin Marianne Gugler brachte den Teilnehmern einen Abend lang die Rechtsform der Genossenschaft näher. Alle die sich für den Verein interessieren, können auf der Homepage des Vereins oder auf Facebook weitere Informationen erhalten.
Link: annenviertel.at

 

Erschienen am 2.7.2018 in: Contrast – Zeitung für Selbstorganisation, Dezember 2018, S. 11


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